Artikel unregelmässig Lernen

Gedächtnistraining

Lernen nach einem fixen Stundenplan bremst den Lernerfolg

Lernen Sie am besten in unregelmässig verteilten Sequenzen. Intensives Pauken nach einem strengen Stundenplan ist nicht unbedingt von Erfolg gekrönt. Wissenschaftler der University of Texas, Medical School in Houston in den USA haben nun herausgefunden, dass das Lernen besser funktionierte, wenn die Lernzeiten unregelmäßig über den Tag verteilt wurden. Diese Erkenntnis könnte die bisherigen Lehrpläne an den Schulen schwer durcheinander bringen.

 

Die Wissenschaftler haben die chemischen Reaktionen beobachtet, die im Gehirn erfolgen, wenn das Gedächtnis aktiviert wird. Diese haben sie dann in einem Computerprogramm nachgestellt und verschiedene Lehrpläne gegeneinander getestet – von termintreuem Pauken bis hin zu einer sehr freien und unregelmäßigen Einteilung der Studienzeiten. Das Ergebnis: Am besten funktionierte das Lernen, wenn die Lehrpläne auf die chemischen Reaktionen der Gedächtnisbildung abgestimmt wurden und nicht umgekehrt.Das bedeutet, dass das Lernen besser funktioniert, wenn die Studieneinheiten unregelmäßig auf den Tag oder die Woche verteilt werden und eben nicht nach einem festen Ablauf erfolgen.

 

In den meisten Ländern werden Kinder zurzeit nach regelmäßigen Lehrplänen unterrichtet: Sie gehen jeden Tag zur gleichen Zeit in die Schule und haben an einem festen Tag in der Woche den Klavierunterricht. Dass das nicht unbedingt das effektivste Vorgehen ist, zeigen die Ergebnisse dieser amerikanischen Studie.

 

Lernen ist ein ureigener Prozess, der von innen heraus gesteuert wird. Kinder lernen, wenn sie sich wohl fühlen und der Stoff interessant und ihren Bedürfnissen angepasst ist. Dabei lernen Kinder viel voneinander. Wichtig ist es, für eine anregende und abwechslungsreiche Umgebung zu sorgen, die den Bedürfnissen der Kinder entspricht um ihre natürliche Neugierde und die Freude am Lernen zu pflegen.

 

In Finnland ist der traditionelle Stundenplan passé: Anstelle von Fächern sollen bald nur noch Themen-gebiete unterrichtet werden – «Phänomene», wie es die Finnen nennen. Dadurch sollen Schüler bei dem, was sie lernen, einen Bezug zum echten Leben herstellen können. Die Frage «Wozu lerne ich das überhaupt?» erübrigt sich.

 

Mit dem neuen Unterrichtssystem will man die Schüler ausserdem besser auf das Berufsleben vorbereiten. «Das aktuelle Schulsystem ist veraltet», sagte Marjo Kyllönen, Helsinkis Schulmanagerin, dem britischen «Independent». Dadurch falle vielen Schülern der Einstieg ins Arbeitsleben schwer.

 

Finnland ist seit Jahren auf Platz eins der Pisa-Studie. Darum hat die Veränderung im finnischen Schulsystem Gewicht: Andere Länder haben bereits Interesse an dem neuen Modell angemeldet. Etwa die Briten. «Schulen sollten Kinder nicht durch ‹Prüfungs-Fabriken› jagen», sagte Tristram Hunt von der sozialdemo-kratischen Labour Partei. Sie sollten lieber dafür sorgen, dass die Schüler Charakter und Ausdauer entwickelten.

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